Propaganda auf Kosten anderer
4. März 2026Solange es keine transparente Regelung gibt, wie sich das Wahlkampfbudget einer Partei zusammensetzt, führt ein Vergleich zu Unmut.
Die Berichterstattung des Tages-Anzeiger sowie die begleitenden Newsletter-Kampagnen von SP und Grünen zum Wahlkampfbudget sorgen kurz vor den Wahlen für Gesprächsstoff. Die FDP Stadt Zürich setzt sich für Transparenz ein, die braucht jedoch klare und verbindliche Regeln für alle. Eine selektive Offenlegung einzelner Zahlen ohne einheitliche Standards schafft keine echte Vergleichbarkeit, sondern begünstigt politische Verzerrungen. Es überrascht nicht, dass vom linken Lager der Vorwurf kommt, es mache den Anschein, als ob die FDP die Stimmen kaufe. Der Grund dafür ist die Spekulation, dass die FDP Stadt Zürich viel mehr Geld für den Wahlkampf ausgebe, als die anderen Parteien.
Zahlen ohne Kontext sind nicht aussagekräftig
Ohne klar definierte Kriterien lassen sich Wahlkampfbudgets jedoch nicht seriös vergleichen, da Parteistrukturen historisch und organisatorisch unterschiedlich gewachsen sind. Die SP unterhält ganzjährig eine grosse Geschäftsstelle und betreibt permanent Kampagnenarbeit. Die FDP hingegen arbeitet im Regelbetrieb schlank und fährt ihre Aktivitäten im Wahljahr gezielt hoch. Deshalb verwundert es nicht, dass ein isolierter Stichtagsvergleich das Bild massiv verzerrt und für Wählerinnen und Wähler irreführend ist. Zahlen ohne klare Berechnungsregeln sind nicht aussagekräftig.
Klare Kriterien sorgen für Transparenz
Wie wichtig verbindliche Grundlagen für solche Vergleiche sind, zeigt der Vergleich auf nationaler Ebene: Die vom Eidgenössischen Finanzdepartement 2023 veröffentlichten Parteibudgets – erhoben nach klar vorgegebenen Kriterien – weisen für die SP ein rund doppelt so grosses Budget aus wie für die FDP Schweiz. Diese verbindlichen Grundlagen fehlen in der aktuellen Debatte. Dies soll sich in Zukunft auch auf kommunaler Ebene ändern. Ein entsprechendes Geschäft ist im Stadtrat hängig – und wird von der FDP ausdrücklich unterstützt. Bis dahin nennt die FDP Stadt Zürich weiterhin keine konkreten Zahlen zu Budget und Spendern. Eine Publikation einzelner Spender kann auch kontraproduktiv sein und die ohnehin schon angespannte Stimmung weiter aufladen. Die FDP Stadt Zürich und ihre Kandidierenden werden grösstenteils von Mitgliedern und Privatpersonen finanziert. Ergänzt wird diese Unterstützung durch Beiträge von Unternehmen. Wir stehen klar zu dieser Partnerschaft mit der Wirtschaft – Unternehmen sind Teil unserer Stadt und übernehmen Verantwortung für Arbeitsplätze, Innovation und Wohlstand. Die breite Unterstützung aus Bevölkerung und Wirtschaft unterstreicht die starke Verankerung der FDP Stadt Zürich und ihre politische Relevanz.
Für die FDP Stadt Zürich ist eine vollständige Transparenz möglich, sobald klare und einheitliche Regeln gelten, die sowohl Wahlkampfausgaben als auch strukturelle und organisatorische Tätigkeiten erfassen. Dann ist die Vergleichbarkeit nachvollziehbar und hat nicht den faden Beigeschmack von Propaganda auf Kosten anderer.
Weitere Berichte dazu: Tele Züri | Züri News vom 3. März 2026